Intern
    Lehrstuhl für neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte

    PD Dr. Katrin Max: Forschung

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    Informationen zu weiteren, aktuellen Projekten und Aktivitäten gibt es hier.

    Aktuelle Forschungsschwerpunkte und -interessen:

    • Literatur um 1900
    • Thomas Mann
    • Literatur und Medizin
    • Literaturwissenschaft und Linguistik
    • Literatur der DDR

    DFG-Netzwerk 

    Empirisierung des Transzendentalen. Epistemologische Voraussetzungen und Erscheinungsformen der Moderne in Wissenschaft, Literatur und Kunst um 1900

    Leitung: Jun.-Prof. Dr. Benjamin Specht (Universität Stuttgart) und Dr. Philip Ajouri (Deutsches Literaturarchiv Marbach)

    Laufzeit: 2014-2017

    Workshop an der Universität Würzburg vom 30.06. bis 02.07.2016 zum Thema

    Vom Wissen über die Sprache zur ,Sprache als Kunst'. Formen, Probleme und Folgen der linguistischen Empirisierung des Transzendentalen

    (Organisation: PD Dr. Katrin Max)

    Hier finden Sie das vollständige Programm sowie die Einladung zu den Abendvorträgen.

    Netzwerk-Website

    Abgeschlossene Projekte:

    Panel Germanistentag (26.09.2016)

    Narrative Ethik – Ethik des Narrativen? Ein neuerlicher Blick auf das Verhältnis von Literatur und Medizin  

    25. Deutscher Germanistentag, 25. bis 28. September 2016 in Bayreuth

    Panel im Themenschwerpunkt 7: Erzählen als Kulturtechnik

    Leitung: Dr. Katrin Max (Würzburg)

    Dass Narrationen in Psychiatrie und Medizin eine bedeutungstragende Funktion zugesprochen werden kann, ist seit geraumer Zeit hinlänglich bekannt. Die Vielzahl von Forschungsarbeiten zum Thema belegt das Interesse an der Frage, inwiefern narrative Komponenten nicht nur der Vermittlung, sondern gerade auch der Generierung von Wissen im medizinischen Bereich dienen können. Dabei wurde und wird berücksichtigt, dass es oftmals Aspekte von Narration sind, die hierbei sinnkonstituierend wirken. Es ist festzuhalten, dass das Erzählen als Kulturtechnik innerhalb der modernen Medizin einen festen Platz inne hat. Dies im Blick, wird das konzipierte Panel innerhalb des o.g. Themenschwerpunktes die Bedeutung narrativer Elemente innerhalb der Medizin aus einer spezifischeren Perspektive heraus beleuchten. Es soll danach gefragt werden, auf welche Weise Narrationen und narrative Elemente innerhalb der Medizin nicht allein Wissen vermitteln bzw. generieren, sondern auch ethische Aspekte aufgreifen, indem sie diese thematisieren, explizieren und am konkreten Beispiel illustrieren. Darüber hinaus wird zu zeigen sein, dass sich die Medizinethik mit Hilfe der Narration fallweise der Frage nach dem ethisch-moralisch vertretbaren Handeln widmet und so den Schwerpunkt auf das jeweils mögliche „Tunsollen“ (Joisten 2007) legt. Dies geschieht zudem mit Blick auf die ökonomischen und sonstigen Rahmenbedingungen, deren Einbezug in die Entscheidungsfindung ebenfalls unter Nutzung narrativer Vermittlungsformen erfolgt. Als Konzept aus anderen Disziplinen (Philosophie bzw. Theologie) übernommen, kann die ‚Narrative Ethik‘ innerhalb der Medizin mittlerweile als etabliert gelten. Bemerkenswert ist dabei der Bezug zur Tradition der medizinischen Fachwissenschaft, über die Narration Entscheidungshilfen zu nutzen. Zu den Möglichkeiten, auf die Erzählung als Kulturtechnik zur Anamnese, Diagnosefindung bzw. zur Therapie zurückzugreifen, tritt nunmehr innerhalb der Medizinethik das Moment, erzählend zur Entscheidungsfindung zu gelangen. Überlegungen zur „Moral von der Geschicht“ werden so in den medizinischen Bereich transferiert.

    Programm

     

    Habilitationsschrift

    Bürgerlichkeit und bürgerliche Kultur in der Literatur der DDR

    2 Bde., 528 Bl.
    Universität  Würzburg

    Auf welche Weise thematisiert die DDR-Literatur Konzepte von Bürgerlichkeit und bürgerlicher Kultur? Auf der Grundlage eines umfangreichen Textkorpus analysiert die Habilitationsschrift, wie sowohl formal (bürgerliches Schreiben) als auch inhaltlich ((Be‑)Schreiben des Bürgerlichen) Aspekte von Bürgerlichkeit dargestellt werden, welche Traditionslinien dabei auszumachen sind, inwiefern jeweils Bezüge zur Kulturpolitik rekonstruierbar sind und welche Transformationen es im Laufe der Jahrzehnte gab. Hierbei ergeben sich insbesondere direkte oder indirekte Verweise auf die Literatur des 18. Jahrhunderts. Dem wird durch eine ausführliche Beschäftigung mit der „Erbe“-Rezeption der DDR-Literatur und Kulturpolitik Rechnung getragen. Ein Kapitel mit literaturgeschichtlichem Schwerpunkt fragt, wie Aspekte von Bürgerlichkeit im Laufe von vier Jahrzehnten DDR-Literatur behandelt werden. Für jede Dekade finden sich tatsächlich charakteristische Schreibweisen zur Thematisierung von Bürgerlichkeit, welche jeweils im Zusammenhang mit der etablierten literaturgeschichtlichen Charakterisierung zu sehen sind.

    (Publikation in Vorbereitung)


    Inhaltsverzeichnis

    Vortrag (17.06.2014)

    Den Aufstand erzählen: Christoph Heins Deutungen des 17. Juni 1953 in „Der fremde Freund“ (1982) und „Landnahme“ (2004)

    Ringvorlesung „Geschichte in Geschichten“ (SS 2014)
    Di, 17.6.2014, 19.00 Uhr s.t.
    Neue Universität (Sanderring 2)
    Brose-Hörsaal (HS 166)

    Wenn der von den staatlichen Organen als Sabotageinstrument des Klassenfeindes identifizierte Kartoffelkäfer die sächsische Provinz erreicht, dann ist der Aufstand auch dort nicht weit. Das legt jedenfalls einer der Erzähler in Christoph Heins Roman „Landnahme“ (2004) nahe. Wie können die Ereignisse rund um den 17. Juni 1953 durch literarische Texte vermittelt werden? Welche Semantisierungen und Deutungen der historischen Geschichte kann die fiktive Erzählung vornehmen? Und wie viel Faktizität ist nötig, um literarische Geschichten zu gestalten? Diesen und weiteren Fragen geht der Vortrag anhand zweier Texte Christoph Heins nach. Dabei wird nicht nur zu zeigen sein, dass der 17. Juni sowohl für den nach der politischen Wende entstandenen Roman „Landnahme“ als auch für die 1982 publizierte Novelle „Der fremde Freund“ von zentraler Bedeutung ist. Es sind vielmehr auch die textinternen Warnungen im Hinblick auf die allgegenwärtigen Verwechslungsgefahren beim Schreiben von Geschichte ernst zu nehmen. Daraus folgt nicht zuletzt, dass zumindest in einer der beiden literarischen Geschichten sehr viel Missbrauch steckt.

    Publikation

    Tendenzen und Perspektiven der gegenwärtigen DDR-Literatur-Forschung

    Workshop

    25. und 26. Oktober 2013

    Senatssaal (Raum 210), Sanderring 2, 97070 Würzburg

    Seit dem Ende des historischen Staates DDR hat sich die Literaturgeschichtsschreibung beständig und wiederholt mit der Frage auseinandergesetzt, auf welche Weise die ›Literatur der DDR‹ (deren zeitliche wie topographische Eingrenzung nach wie vor durchaus nicht einstimmig vorgenommen wird) zum Gegenstand literaturwissenschaftlicher Betrachtungen werden kann. Während vor 1989/90 eine deutliche Politisierung der DDR-Literatur-Forschung feststellbar war, so dass dabei gar ein größeres »Interesse am Experiment Sozialismus als an der Literatur an sich« (Emmerich) konstatiert wurde, hat man nach dem Ende der DDR verschiedene Möglichkeiten der wissenschaftlichen Beschäftigung in den Raum gestellt. Exemplarisch genannt sein soll hierbei zum einen die Forderung, statt des Politischen nun vielmehr die Kategorie des Ästhetischen als Fluchtpunkt zu wählen, zum anderen die wiederholt formulierte These der auszumachenden Konvergenzbewegungen in literarischen Texten aus Ost und West spätestens seit den 1980er Jahren.

    Diese stattgehabte Neuorientierung und Positionsbestimmung der DDR-Literatur-Forschung ist mittlerweile geraume Zeit her. Es ist festzustellen, dass sich in den letzten Jahren gerade junge Wissenschaftler diesem Forschungsgebiet im Kontext aktueller Fragestellungen und Schwerpunkte ihres Faches zuwenden, so dass hierbei – aufbauend auf den von der Literaturwissenschaft der 1990er Jahre erarbeiteten Positionen – eine Öffnung hin zu erweiterten Themenstellungen und durchaus neu vorgenommenen Bezügen zu konstatieren ist.

    Der Workshop fragt nach Tendenzen und Perspektiven der gegenwärtigen DDR-Literatur-Forschung. Er bietet dabei nicht allein die Gelegenheit zur Vorstellung konkreter Forschungsprojekte, sondern versteht sich darüber hinaus auch als Plattform zur Diskussion aktueller Entwicklungen innerhalb der Literaturwissenschaft mit Blick auf den Gegenstand DDR-Literatur und – nicht zuletzt – als Möglichkeit, neben den inhaltlichen Fragen auch methodische und theoretische Aspekte zu erörtern.

     Flyer mit Programm

    (Publikation in Vorbereitung)

    Neuerscheinung (August 2013)

    Katrin Max (Hg.)

    Wortkunst ohne Zweifel? Aspekte der Sprache bei Thomas Mann

    249 Seiten

    ISBN 978-3-8260-5161-6, € 29,80

    Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg

    Thomas Mann gilt vielen als Meister der Sprachbeherrschung und Formulierkunst. Nicht nur innerhalb der Literaturwissenschaft wird er als Autor einer gepflegten Sprache angesehen, deren unmittelbar vermittelnde Funktion von ihm nicht hinterfragt wird. Mit Blick auf den historischen Kontext scheint dies allerdings verwunderlich, sind doch die verschiedenen Strömungen der Literatur um 1900 geprägt von einer grundsätzlichen Sprachskepsis. Die daraus resultierende Suche nach alternativen Ausdrucksmöglichkeiten und neuen Formen ist charakteristisch für die literarische Moderne und zieht sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Der vorliegende Band geht der Frage nach, wie Thomas Manns Werk vor diesem Hintergrund zu betrachten ist. Die einzelnen Beiträge spannen den Bogen vom Frühwerk bis zum Doktor Faustus und belegen aus jeweils unterschiedlicher Perspektive, dass Thomas Manns Verhältnis zur Sprache nicht derart ungebrochen ist, wie es die konstatierte Sprachmeisterschaft vermuten lässt, sondern dass er sich vielmehr gerade durch seine Wortkunst als Autor eines ausgeprägten und in diesem Sinne modernen Sprachbewusstseins auszeichnet.

    Inhaltsverzeichnis

    Neuerscheinung (Januar 2013)

    Liegekur und Bakterienrausch. Literarische Deutungen der Tuberkulose im Zauberberg und anderswo

    358 Seiten, € 46,00

    ISBN 978-3-8260-4876-0

    Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg

    Die Tuberkulose ist eine Krankheit, die wie kaum eine andere zum Gegenstand literarischer Betrachtungen wurde. Vor allem Texte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts nehmen dabei sowohl Aspekte der zeitgenössischen Fachmedizin als auch Konzepte der prämikrobiologischen Ära in den Blick. So finden sich in Fontanes "Effi Briest" ebenso wie in Klabunds expressionistisch geprägten Texten Verweise auf die vormoderne Konstitutionslehre, die jeweils unterschiedliche interpretative Möglichkeiten eröffnen. Thomas Manns "Zauberberg" hingegen erschließt sich vor allem im Kontext der zeitgenössischen Tuberkulosemedizin, wobei z. T. sehr spezifische Bezüge zu den großen Themen des Romans auszumachen sind (z. B. zu Philosophie, Musik, Psychoanalyse, Zeit und Topographie). Der "Zauberberg" thematisiert aber auch vormoderne Krankheitskonzepte - etwa wenn die "spukhaften" Ereignisse im Kapitel "Fragwürdigstes" vor dem Hintergrund der Temperamentenlehre und mit Blick auf "Effi Briest" und den darin verhandelten Chinesenspuk erzählt werden. Bestimmte Metaphorisierungen wie die des bakteriell bedingten Rausches finden sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, wie aus dem Film "Einer trage des anderen Last" (1988) ersichtlich ist.

    Inhaltsverzeichnis

     

    Wortkunst ohne Zweifel? Aspekte der Sprache bei Thomas Mann

    Tagung der jungen Thomas Mann-Forscher am 11. und 12. Mai 2012 in Würzburg

     

    Dass Thomas Mann als Meister der Formulierfähigkeit und Sprachbeherrschung gilt, wird selten in Frage gestellt. Nicht nur innerhalb der Thomas Mann-Forschung wird er als Autor einer gepflegten Sprache geschätzt.

    Diese konstatierte Sprachmeisterschaft scheint allerdings insbesondere mit Blick auf den historischen Kontext verwunderlich. Schließlich ist es nicht allein Hugo von Hofmannsthal, der in seinem Chandos-Brief 1902 das Defizitäre der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten beklagte und damit exemplarisch für die Sprachkrise um 1900 steht; auch die verschiedenen literarischen Strömungen jener Zeit sind geprägt von einer grundsätzlichen Sprachskepsis. Die daraus resultierende Suche nach alternativen Ausdrucksmöglichkeiten und neuen literarischen Formen ist charakteristisch für die literarische Moderne und zieht sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

    Wie ist das Werk Thomas Manns vor diesem Hintergrund zu betrachten? Ist Manns Orientierung "an klassischen Mustern" tatsächlich derart ungebrochen, dass seine Texte als "Fortsetzung und Vollendung des poetischen Realismus" anzusehen sind (Karthaus) und er selbst damit als "letzter und bedeutender Anwalt" des 19. Jahrhunderts gelten kann (W. Jens)? Oder zeichnet er sich nicht gerade durch die Art und Weise der Sprachverwendung als Autor der literarischen Moderne aus? Finden sich Bezüge zur Sprachkrise der Zeit um 1900, und inwiefern sind die von ihm gewählten sprachlichen Formen als Ausdruck bestimmter Semantisierungen im Sinne neuartiger Bedeutungszuschreibungen anzusehen? Diesen und weiteren Fragen will die Tagung der jungen Thomas Mann-Forscher nachgehen.

    Flyer mit Programm

     

    Dissertationsschrift

    Niedergangsdiagnostik. Zur Funktion von Krankheitsmotiven in "Buddenbrooks"

    Thomas-Mann-Studien Band 40

    Frankfurt/Main: Klostermann 2008.

    412 Seiten. Ln € 49.-

    ISBN 978-3-465-03557-2  

    In "Buddenbrooks" wird der Verfall einer Familie aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Die medizinisch-biologische Dimension verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Nur im Kontext zeitgenössischer Degenerationskonzepte ist zu verstehen, warum sich der Niedergang der Buddenbrooks auf die geschilderte Art und Weise vollzieht. Das medizinische Wissen der Zeit bietet dabei nicht nur Erklärungen für die mannigfaltigen Erscheinungsformen des Verfalls - es ist auch zum Verständnis der Ursachen unabdingbar. Im Sinne der stark anthropologisch orientierten Entartungstheorien der Zeit hat Johann Buddenbrook sich eines moralischen Fehlverhaltens schuldig gemacht und dadurch einen Degenerationsprozess in Gang gesetzt, der in Folge zum irreversiblen Schicksal der Nachgeborenen wird. Mit dem Fortschreiten dieses gesetzmäßig inszenierten Niedergangs des Biologischen erschließt sich der Roman zunehmend in mythologischen Kontexten.

    Medizinische Aspekte stehen im Text nicht isoliert. Durch ihre vielfältigen Bezüge ermöglicht ihre Berücksichtigung bei der Interpretation des Romans vielmehr neue Einsichten. So weist der biologische Verfall auffallende Parallelen zu Schopenhauers Erblichkeitskonzeption auf, gemäß der der Wille über den Vater und der Intellekt über die Mutter weitergegeben wird. Ferner kann die religiös-moralische Komponente des Degenerationsgeschehens im Kontext der Lübecker Katechismen gedeutet werden. Nietzsches Forderung einer Übertragung ins Bürgerliche wird dabei auch im Hinblick auf die biblische Geschichte entsprochen, so dass sich der Roman nicht zuletzt als – freilich ironisch reflektiertes – Erbsünden-Exempel erweist.

    Inhaltsverzeichnis

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