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    Lehrstuhl für neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte

    Jubiläumsausgabe: Heinrich von Kleists Berliner Abendblätter als e-Post

    Am 1.10.2010 jährt sich zum zweihundertsten Mal ein für die deutsche Literaturgeschichte wie die Geschichte der Publizistik denkwürdiges Ereignis: Um 17:15 Uhr des 1. Oktobers 1810 Uhr wurde die erste Nummer von Kleists Berliner Abendblättern ausgeliefert. Denkwürdig ist dieses Datum, insofern mit ihm Tagesjournalismus und literarische Produktion eine neue, bis dahin unbekannte Verbindung eingehen, die für die Literatur des gesamten 19. Jahrhunderts von eminenter Bedeutung sein wird. Denkwürdig ist dieses Datum aber auch, insofern sich mit ihm eine deutschsprachige Tageszeitung etabliert und so die mediale Vermittlung geschriebener Texte auf einen neuen, in seiner Rasanz die weitere Entwicklung prägenden Zeitrhythmus eingetaktet wird. Kleist hält diese neue Verbindung und diesen neuen Takt genau sechs Monate durch: Am 30.3.1811 erscheint die letzte Nummer der Berliner Abendblätter.

    Die Berliner Abendblätter sind lange nicht als eine eigenständige, zukunftsweisende, innovative, ästhetisch-publizistische Leistung Kleists wahrgenommen werden. In Kleist-Ausgaben war es lange Zeit üblich, aus dem umfangreichen Textkorpus der Berliner Abendblätter diejenigen Textelemente herauszuschneiden, als deren Autor eindeutig Kleist selbst zu identifizieren war, um diese Texte dann unter eigens dafür erfundenen Kategorien (z.B. „Anekdoten“, „Kunst- und Weltbetrachtung“, „Berichterstattung und Tageskritik“, „Politische Schriften“, „Redaktionelle Anzeigen und Erklärungen“, usw.) zu präsentieren. Bei solch einem Verfahren werden zum einen Texte, die in den Abendblättern unmittelbar nebeneinander stehen, in einen großen, den Zusammenhang verstellenden Abstand gebracht; zum anderen werden Texte, deren Publikation auf verschiedene Einzelblätter verstreut ist, als eine die ursprünglichen Diskontinuitäten verstellende Einheit präsentiert. Zwar hat es im Verlauf des 20. Jahrhunderts eine Reihe von Faksimile-Ausgaben der Berliner Abendblätter gegeben. Doch erst Roland Reuß und Peter Staengle haben die Abendblätter als eigenständiges Werk Kleists aufgefasst und als vollständigen Text in ihre Brandenburger Kleist Ausgabe integriert (BKA 7/1 und 7/2, publiziert 1997).

    Das zweihundertjährige Jubiläum bietet nun einen guten Anlass, die Berliner Abendblätter erneut im Originalrhythmus der Erstpublikation zu veröffentlichen und zu lesen, genau um zweihundert Jahre versetzt, vom 1.10.2010 bis zum 30.3.2011. Die Abendblätter werden diesmal als kostenlose Tageszeitung mit elektronischer Post ausgegeben (als pdf-files).

    Abonnieren lässt sich die E-Version der Berliner Abendblätter in drei einfachen Schritten.

    1. Abonnieren. Gehen Sie zu dieser Adresse:

    https://lists.uni-wuerzburg.de/mailman/listinfo/berliner.abendblaetter

    2. Sie erhalten eine Mail, in der Sie gebeten werden, Ihr Abonnement zu bestätigen.

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    Roland Borgards, Fotis Jannidis

    Institut für Deutsche Philologie

    Universität Würzburg

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